Technikcheck TYPO3 14 – ein Blick hinter die Kulissen
Mit TYPO3 14 ändert sich nicht nur die Benutzeroberfläche im Backend. Manche Funktionen, für die bisher zusätzliche Extensions nötig waren, werden nun direkt mit dem TYPO3 Core ausgeliefert. Und einige häufig genutzte Extensions, die ab Version 14 nicht mehr kompatibel sind, lassen sich mit Migrations-Extensions nahtlos in moderne «Ablösungen» übertragen. Hier zeigt sich einer der grössten Vorteile von TYPO3: Niemand wird im Regen stehen gelassen.
Davon merken unsere Kunden meist nichts. Es ist eine Art Präventionsparadox: Wenn alles reibungslos läuft, warum braucht es dann ein Upgrade? Mit diesem Artikel wollen wir den Vorhang heben, um zu zeigen, woran die Entwickler dahinter so alles werkeln.
Eine Extension ist nicht mehr kompatibel – und nun?
Mit TYPO3 bauen wir oft individuelle Inhaltselemente für unsere Kunden. Die Standardelemente aus TYPO3 decken den Grundbedarf ab. Doch die meisten Kunden haben spezifische Anforderungen an die Präsentation ihrer Inhalte: Bild-Text-Slider, verschachtelte Container, Cards oder Funktionen, die eigens auf den Kunden zugeschnitten sind – um nur einige zu nennen.
Für solche Inhaltselemente gibt es verschiedene Wege. Entweder man installiert eine zusätzliche Bibliothek wie die Extension «Bootstrap Package». Damit hat man auf einen Schlag einen grossen Baukasten an Elementen zur Verfügung. Oder man baut das gewünschte Element selbst.
Wir sind im Laufe der Zeit verschiedene Wege gegangen. Ein TYPO3-Inhaltselement komplett von Grund auf selbst zu entwickeln, ist eine Möglichkeit. Eine andere ist der Einsatz von Extensions wie DCE, Gridelements oder Mask.
Einige Extensions benötigen beim Upgrade auf TYPO3 14 eine Alternative oder ein Migrationswerkzeug. Andere, darunter Grid Elements, werden weiterentwickelt und oft werden Extensions eine Zeitlang in sogenannten Early oder Priority Access von den Entwicklern bereitgestellt.
Grid Elements haben wir schon seit geraumer Weile im Einsatz. Die praktische Extension stellt verschachtelte Inhalte dar und kann als «Inhaltscontainer» fungieren, in den man mehrere Inhaltselemente abfüllt.
Mask hat es uns in den letzten Jahren besonders angetan. Mit dem Wizard im Backend konnten wir individuelle Inhaltselemente einfach «zusammenstecken». Ein bisschen wie Lego 🤓
Doch kaum hatten wir uns mit Mask angefreundet, kam auch schon die Ankündigung der Einstellung und ein geeigneter Nachfolger: die Extension «Content Blocks». Ziel der TYPO3-Community ist, Content Blocks mit TYPO3 Version 15 vollständig in den Core einzubinden. Voraussichtlich braucht es ab Version 15 keine zusätzlichen Extensions mehr für den Bau von individuellen Inhaltselementen.
Mask ist mit TYPO3 Version 14 nicht mehr kompatibel – und ist seit Ende August 2026 als «abandoned» (zu Deutsch: «verlassen») markiert. Das bedeutet, es gibt keinerlei Updates mehr und die Extension wird vom Entwickler nicht mehr betreut.
Während man in anderen CMS – z.B. WordPress – solche Situationen relativ häufig ohne Ersatz antrifft, steht bei TYPO3 zumeist umgehend eine passende Anschlusslösung auf der Matte.
Für häufig genutzte Extensions stellt die TYPO3-Community sogar sogenannte Migrations-Extensions zur Verfügung: sie übertragen die Daten einer alten Extension in die vorgesehene Nachfolge-Extension. So ziehen deine erfassten Inhalte schwuppdiwupp um, ohne dass wir aufwendige Scripts schreiben müssen.
Der Entwickler von Mask arbeitet selbst an Content Blocks mit und hat dafür auch eine Migrations-Extension bereitgestellt.
Gridelements steht aktuell beim Entwickler im Priority Access Programm für TYPO3 14 zur Verfügung und wird weiterentwickelt. Als Alternative für Gridelements gibt es die Extension «Container». Container stellt eine eigenständige Alternative dar, ist aber kein offizieller Nachfolger von Grid Elements. Wer wechseln möchte, dem steht ebenfalls als Migrationswerkzeug die Extension «gridtocontainer» zur Verfügung.
Der Umstieg von Mask zu Content Elements muss vor dem Upgrade auf Version 14 erfolgen, bei Mask zwingend in Version 13. Gridelements kann ab TYPO3 Version 10 zu Container umziehen – die Migration ist jedoch keine Voraussetzung für ein Upgrade auf TYPO3 14. Wir haben beide Migrationen einmal «durchgeturnt» und sind sehr zufrieden mit dem Resultat!
Integration statt Installation
Extensions erweitern TYPO3 bei Bedarf um zusätzliche Funktionen für deine Website. Wird eine Extension bei praktisch jeder Installation gebraucht, macht es Sinn, ihre Funktion in den TYPO3 Core zu integrieren.
Im Laufe der Jahre hat die TYPO3-Community immer wieder Funktionen solcher Extensions in den Core «einverleibt». Das lohnt sich auch bei Updates: Anstatt darauf zu warten, dass der Extension-Entwickler einen Bugfix veröffentlicht, ist alles gleich beim TYPO3-Update an Bord.
In TYPO3 14 wurde eine Funktion der Extension «Content Defender» integriert: Der Entwickler kann erlaubte und nicht erlaubte Inhaltstypen einer Spalte zuweisen. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Spalte «Header» erlaubt nur den Inhaltstyp «Carousel Fullscreen».
So kann die Redaktion nicht versehentlich einen Inhalt erstellen, der für den Headerbereich nicht vorgesehen ist. Das erleichtert die Autorenarbeit und sorgt für eine konsistente Darstellung der Inhalte.
Diese bisherige Konfiguration von Content Defender wird vom Core weiterhin verstanden – somit ist keine Migration nötig.
Die Begrenzung von Inhaltstypen und deren Anzahl kennen wir auch aus Gridelements. Wer Gridelements bereits in Version TYPO3 13 zur alternativen Extension Container «gezügelt» hatte, musste dafür weiterhin Content Defender installieren. Mit TYPO3 14 entfällt das: Container setzt die Spalteneinschränkungen selbstständig durch.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Begrenzung der Anzahl Elemente pro Spalte für die Seitenlayouts gibt es (bisher) im Core nicht. In solchen Fällen können wir aber eine eigene Lösung programmieren.
Geschickte Helferlein
Die beliebte Extension «VHS» stellt sogenannte «ViewHelper» bereit: kleine Helferlein, mit denen wir Inhalte im Code aufbereiten. ViewHelper können zum Beispiel Daten filtern, Berechnungen erstellen, JavaScript-Code einbinden oder ein Navigationsmenü bauen.
Vieles davon kann TYPO3 mittlerweile selbst. Beim Sprung auf TYPO3 14 wurden darum überflüssige ViewHelper aus VHS entfernt. Mit jeder Umstellung auf eine Core-Lösung werden wir unabhängiger von VHS – und können es bei einigen Webprojekten deinstallieren. Langfristig brauchen wir dadurch eine Extension weniger, die wir bei Updates im Auge behalten müssen.
Der Weg ist geräumt, bevor du aufstehst
Wenn eine Änderung ansteht, kündigt TYPO3 das jeweils frühzeitig an: Was in einer Version als veraltet – in unserem Fachjargon «deprecated» – markiert wird, funktioniert weiterhin und fällt erst mit der nächsten Hauptversion weg. TYPO3 meldet uns in einem «Logfile», wo in deinem Projekt solche veralteten Funktionen zu finden sind.
Dadurch können wir uns vorbereiten und, sofern es Sinn macht, Umstellungen frühzeitig vornehmen. So gibt es beim nächsten Versionssprung keine unangenehmen Überraschungen.
Während du also noch überlegst, ob du einen Versionssprung nach oben machen willst, sind wir gedanklich schon einen Schritt weiter. Wir räumen dir quasi frühmorgens den Weg frei, noch bevor du aus dem Haus trittst.
TYPO3 und Sicherheit
TYPO3 ist bekannt als äusserst sicheres CMS und geniesst den Ruf, praktisch unkaputtbar zu sein. Auch ältere Versionen von TYPO3 laufen noch viele Jahre, obwohl sie keine Updates mehr erhalten. Doch in Sicherheit wiegen sollte man sich deshalb nicht: Mit KI haben die Angriffe zugenommen, Bots sind intelligenter und Sicherheitsanforderungen grösser geworden.
Auch hier gilt: solange du nichts merkst, haben wir sehr wahrscheinlich alles richtig gemacht. Spürbar unangenehm kann es für dich dann werden, wenn du plötzlich Tausende Spam E-Mails erhältst. Dafür haben wir natürlich «Schutzschilder» in unserem Werkzeugkasten. Optimalerweise können wir diese in der neusten TYPO3 Version einsetzen, wo sie ihre volle Wirkung entfalten.
Denn: Einen Tresor kaufst du auch, bevor deine Wertsachen gestohlen werden – oder? 🔐
zusammengefasst...
Für dich als Redakteur finden all diese Änderungen weitgehend «lautlos» statt. Auch nach der Migration von Extensions und der Integration von Funktionen in den TYPO3 Core sieht alles immer noch «gleich» aus. Und: So soll es auch sein, oder?
Auf Änderungen können wir uns vorbereiten, denn wir werden frühzeitig «vorgewarnt». Und dank der aktiven TYPO3 Community steht in aller Regel ein hochwertiger Ersatz parat, wenn eine Extension mal nicht mehr weiterentwickelt wird. Du wirst also kaum je in die Situation kommen, dass von heute auf morgen eine Funktion ausfällt, weil deren Entwickler die Segel gestrichen hat.
Und falls doch, gibt es ja noch uns 😁
Häufige Fragen zu TYPO3 Upgrades
Die TYPO3 Community stellt in der Regel – insbesondere bei den häufig genutzten Extensions – eine passende Anschlusslösung bereit. Und wo das nicht der Fall ist, finden wir gemeinsam mit dir eine Lösung.
Meistens wirst du von einem Upgrade nicht viel bemerken. Im Hintergrund installieren wir aber die neusten Versionen, migrieren den Inhalt in neue Extensions und stellen dir damit ein sicheres, schlankes und schnelles System zur Verfügung. Solange du «nichts merkst» von der Veränderung, haben wir alles richtig gemacht.
Aber ganz ehrlich: bei TYPO3 14 wirst du es sicher bemerken, denn dieses Upgrade bringt sichtbare und spürbare Verbesserungen für deine Redaktion!
Ja, das bist du. Aber das bist du nicht nur bei TYPO3. Jedes CMS (Content Management System) braucht regelmässige Pflege. Die Frage ist eher: Kümmert sich jemand darum? Im Falle von TYPO3 können wir das klar mit JA beantworten. Denn nicht nur wir, sondern auch eine sehr professionelle TYPO3 Community sorgt täglich für Bugfixes, Updates und die stetige Weiterentwicklung von TYPO3.
Nicht nur TYPO3 bekommt Updates, sondern auch die Bots 🤖 Und denen wollen wir zuvorkommen, oder? 🤓
Spass beiseite: Dass Angriffe zugenommen haben, ist kein Geheimnis. Werden in TYPO3 Sicherheitslücken entdeckt, schliesst die Community diese rasch. Allerdings nur in den Versionen, die noch unterstützt werden. Ältere Versionen bleiben ungeschützt. Davon siehst du in der Regel nichts, solange Angriffe dennoch wirksam abgewehrt werden können – bis es eines Tages nicht mehr klappt. Wir wollen, dass dieser Tag nie für dich kommt. Darum bauen wir mit der neusten TYPO3-Version einen sicheren Schutzwall für dich.









